Bye Bye Plenty - mit KI in 6 Wochen eigenes ERP gebaut

Hallo und Liebe Grüße an alle,

nach 17 Jahren haben wir genug von Plenty.

Ich erspare euch hier mein Leid über plenty zu klagen, welches ihr höchstwahrscheinlich auch selbst schon erfahren habt.

In erster Linie möchte ich allen hier und im alten Forum danken, die uns immer wieder geholfen haben bei plenty weiterzukommen.

Gerade in den letzten Jahren gestaltete sich das immer schwieriger mit plenty.

Wir und viele andere gehören wohl nicht mehr zur Zielgruppe von plenty.

Durch eine tragischen familiären Zwischenfall im Februar kam es das ich mich mit dem Thema KI näher beschäftigt habe.
Ich habe erst für einen Bestatter eine einfache Bestatterwebsite gebaut. (War für micht eine Art Trauerbewältigung und Ablenkung zugleich)
Anfangs viel von Hand mit den üblichen Werkzeugen wie VS-Code etc, am Ende nur noch mit Claude Code.
Das hat soviel Spaß gemacht, das ich einen lang gehegten Traum von einem Konfigurator für unsere Klemmbretter gebaut habe, voll funktionstüchtig mit Checkout und Anbindung an Plenty, das die Bestellungen da reinlaufen.
Als ich damit fertig war stellte ich mir die Frage, ob Claude Code auch unser Office nachbauen kann.

Claude hat mir gesagt, das dies überhaupt kein Problem sei, nur viel Arbeit…

Das war der Startschuss in eine Freiheit die ich noch nie erlebt habe.
Wir haben daraufhin ungefähr 2 Wochen lang den Wechsel geplant und ausgearbeitet.
Danach hat claude mit mir und meinen Vorgaben unser eigenes office gebaut.

Dann haben wir es ein paar Wochen lang parallel zum plenty laufen lassen und geschaut ob der Spiegel nicht abweicht um dann den Tag X festzulegen und alles dafür notwendige vorzubereiten.
Die größten Hürden waren die API’s zu ebay, Amazon, DHL, Meta und Deutschen Bank. Dank KI waren die aber nur noch Mini. Nur Zeit muss man da mitbringen.
Tag X war der 06.08. und nach nun 3 Wochen bin ich echt zufrieden mit dem Ergebnis.
Klar, hier und da ploppen Dinge auf die man nicht bedacht hat, aber auch das ist binnen Minuten bis Stunden behoben und nachgerüstet.
Es gibt keinerlei Blockaden, Null Komma Null. Was ich haben will bekomme ich ich gnadenlos von der KI gebaut und zwar so das es funktioniert. Fehlschläge natürlich inklusive.

Ich kann garnicht alles Aufzählen was wir mit KI alles erreicht haben. Deshalb habe ich das Claude selbst machen lassen. Wen es interessiert, hier mal ein Überblick:

Was inzwischen drinsteckt:

Artikel / Varianten: 3.996 / 751.909 (746.570 shop-sichtbar)
Aufträge in der Datenbank: 463.285 (Altbestand migriert)
Kundenkontakte: 300.390
Automatische Läufe im Scheduler: rund 120
Konsolen-Kommandos: 320
Anwendungscode: rund 165.000 Zeilen
Vom ersten Commit bis zum Cutover: 6 Wochen
Stack: Laravel 13 / PHP 8.4 / MySQL 8.4 / Redis auf einem eigenen Hetzner-Server. Zwei Anwendungen aus einer Codebasis — Back-Office und Storefront — plus eine PWA für die Zeiterfassung am Handy.

Was das Back-Office kann

Artikel & Sortiment: Artikeldetail mit 11 Reitern (Global, Varianten, Hauptvariante, Multi-Channel, Texte, Merkmale, Bilder, Bestand, Cross-Selling, Statistik, Bewertungen). Mehrere Preislisten, Staffelpreise, UVP. Eigener GTIN-Nummernpool mit „nächste freie EAN" per Klick. Variantenspezifische Bilder, automatische WebP/AVIF-Varianten, KI-Alternativtexte. GPSR-Angaben inklusive PDF. Die Shop-Sichtbarkeit läuft über eine einzige berechnete Wahrheit aus manuellem Haken und Bestandsautomatik — Shop, Sitemap, Google-Feed und Marktplätze filtern alle über dasselbe Feld.

Aufträge & Belege: Auftragsarten (Verkauf, Retoure, Gutschrift, Nachlieferung, Reparatur), Teillieferungen, Stornos, Bestandsreservierung, vollständiger Statusverlauf, Massenbearbeitung. Jede Rechnung ist eine E-Rechnung: sichtbares PDF mit eingebettetem XRechnung-3.0-CII-XML als PDF/A-3, Leitweg-ID für öffentliche Auftraggeber. Revisionssichere Nummernkreise je Belegart, DATEV-Export, Erlös- und Debitorenkonten je Land mit OSS-Steuersätzen, GoBD-Verfahrensdokumentation.

Versandprozesse: „Rechnung + Paketlabel" als ein Arbeitsgang — einzeln oder im Stapel zu 10/25/50/100, mit Laufhistorie und Wiederholung. Volle DHL-Anbindung: Labels, Retourenlabel, Freies Label, Sendungsverfolgung, Ablage- und Abholbenachrichtigung, Waisensendungen finden, DHL-Rechnungsimport mit Abgleich. Ein Druck-Agent holt sich die Druckaufträge über eine API und quittiert sie.

Multichannel:

eBay: Listings anlegen/ändern/beenden, Bestand und Preis live, Bestellimport, Versandmeldung, Stornos, Gebühren, Store-Kategorien, Business Policies, Aspekte-Katalog, Platform-Notifications. Beschreibungsvorlage mit Massen-Rollout über 3.600 Angebote.
Amazon SP-API: Artikel-Push mit Produkttyp- und Schema-Abgleich, Variationsthemen, Bestand, Preise, Bestellimport, Rechnungs-Upload, Stornobestätigung, Preisverstoß- und Kollisionserkennung, ASIN-Zuordnung über EAN/SellerSKU.
Google Shopping inklusive Statusrückmeldung und Bewertungsfeed.
Eigene Ingest-Schnittstelle für unseren zweiten Shop.
Zahlungen: Bankumsätze werden automatisch abgerufen und den Aufträgen zugeordnet — Einzelzahlung, Sammelzahlung, Skonto, Gebühren, Vorkasse- und Hauptkonto getrennt. Dazu Transaktionsabgleich für PayPal, Stripe/Klarna und Amazon Pay, automatische Zahlungserinnerungen, Stornierung unbezahlter Aufträge, Rückerstattungen. Jede Geldbewegung zum Auftrag steht als Zahlungshistorie mit Datum, Kanal, Betrag und Referenz.

Echte Kosten am Auftrag: Wir holen die Gebühren dorthin zurück, wo sie entstanden sind. Die eBay-Provision und der tatsächliche Auszahlungsbetrag kommen aus dem eBay-Finanzbericht, die Amazon-Gebühren aus dem Billing-Abruf, die Transaktionsgebühren von PayPal, Stripe/Klarna und Amazon Pay aus den gespiegelten Zahlungstransaktionen — und die DHL-Paketkosten aus der DHL-Rechnung selbst: jede Position wird über Identcode und Referenz auf die Sendung und damit auf den Auftrag gebucht, mit Zuschlägen, Steuer und einer Kennzeichnung, wenn der berechnete Betrag vom erwarteten abweicht. Am Auftrag stehen die realen Gebühren damit neben Warenwert und Porto: was der Auftrag eingebracht hat, was er gekostet hat und was am Ende ankam. Zusammen mit dem Kostenimport aus Google- und Meta-Ads ergibt das die Rentabilität bis auf den einzelnen Artikel.

Kundenservice-Posteingang (Messenger): ein Postfach für E-Mail, eBay-Nachrichten, Amazon-Nachrichten, WhatsApp, Facebook Messenger und Instagram-DM. Nachrichten werden automatisch mit Auftrag und Kunde verknüpft, dazu Tags, Eigner-Zuweisung, Textbausteine, Signaturen und ein Spamfilter mit Ein-Klick-Sperre. Die KI schreibt auf Wunsch einen Antwortentwurf aus Auftrags- und Artikeldaten — abschicken tut ihn immer ein Mensch.

Sprachbarriere: Fremdsprachige Kundennachrichten werden beim Öffnen automatisch erkannt und ins Deutsche übersetzt, ebenso die Kundennotizen, die aus Shop und eBay am Auftrag hängen. Umgekehrt genauso: Wir tippen die Antwort auf Deutsch, und sie geht in der Sprache des Kunden raus. Erkennt das System, dass der Kunde ohnehin deutsch schreibt, bleibt alles unverändert — kein unnötiger Umweg. Übersetzt wird einmal und dann am Datensatz gespeichert, damit derselbe Text nicht bei jedem Öffnen erneut Geld kostet; fürs bloße Mitlesen läuft ein schnelles, günstiges Modell, für die Antwort an den Kunden das hochwertige. In der Praxis heißt das: Italienische oder französische eBay-Anfragen beantwortet bei uns jeder im Büro, ohne ein Wort der Sprache zu können.

CRM: Kunden und Firmen mit Adressbuch und Kundenklassen. Adressprüfung gegen PLZ- und Straßenverzeichnis inklusive Hausnummern-Trennung und Dublettenerkennung. USt-IdNr.-Prüfung gegen VIES mit Adressabgleich. DSGVO-Auskunft und -Löschung als geführter Ablauf.

Marketing: Newsletter im Eigenversand über den eigenen Mailserver — Double-Opt-In, One-Click-Abmeldung, Warmup-Rampe, Bounce-Verarbeitung, Feedback-Loops von Microsoft und Yahoo, Zustell- und Öffnungsauswertung, Sperrlisten. SPF/DKIM/DMARC mit p=reject und BIMI, DMARC-Reports werden ausgewertet. Dazu Gutscheinverwaltung, Blog, Social-Media-Planung mit Veröffentlichung über Meta inklusive Reels sowie Kostenimport für Google- und Meta-Ads mit ROAS-Auswertung.

Medien & KI: Bildgenerator für Szenenbilder aus Produktfotos, Videogenerator für Produktvideos, KI-Texte für Artikel, Newsletter, Blog und Kategorien — mit Modellwahl je Aufgabe und Kennzeichnung nach EU AI Act Art. 50.

Zeiterfassung: Mitarbeiter stempeln über eine PWA am Handy, sehen ihr Arbeitszeitkonto und stellen Anträge für Urlaub, Abfeiern und Krankmeldung. Im Office: Zeiten korrigieren mit Audit, Anträge genehmigen, Salden, Stundenzettel als PDF, Monatsabschluss, ArbZG-gestaffelte Auto-Pausen, Feiertage.

Einrichtung & Betrieb: rund 40 Einrichtungsseiten (Stammdaten, Versandkosten, Steuersätze, Mailvorlagen, Nummernkreise, Zugriffsrechte je Benutzer). Etwa 120 automatische Läufe im Scheduler, tägliches Backup mit automatischem Restore-Test, Server-Monitoring, Schwachstellen-Scan, Heartbeat.

Zur Bedienung: geöffnete Seiten bleiben als Work-Tabs stehen, jede Liste merkt sich Suche, Filter, Seite und Scrollposition, und eine Kopfsuche findet jede der Hunderten Unterseiten.

Was der Shop kann

Katalog und Suche: Kategorien mit Facettenfilter, eigener Suchindex mit Live-Vorschlägen, Synonymen, Tippfehler-Toleranz, Pluralformen, Maßangaben-Erkennung („30x40") und Wortzerlegung für Komposita. Was Kunden suchen und nicht finden, wird protokolliert und ist unsere Sortimentsvorlage.

Artikelseite: Variantenauswahl mit eigenen Bildern und Preisen, Verfügbarkeit mit Lieferzeit, Benachrichtigung bei Wiederverfügbarkeit, Bewertungen, „Frage zum Artikel" (landet direkt im Service-Posteingang), Cross-Selling, Merkzettel, Konfiguration von Wunschgravur beziehungsweise Wunschmaß.

Kasse: nativer Ein-Seiten-Checkout, Gast oder Konto, Firmenkunden mit VIES-Prüfung in Echtzeit, Steuersatz nach Bestimmungsland (OSS), Versandkostenberechnung, Gutscheine. Dazu Express-Checkout über PayPal und Amazon Pay direkt aus dem Warenkorb.

Zahlarten: Vorkasse, PayPal, Kreditkarte, PayPal Ratenzahlung, Kauf auf Rechnung über PayPal/Ratepay, Klarna Rechnung und Ratenkauf über Stripe, Amazon Pay sowie Rechnung mit 14 Tagen Zahlungsziel für Kunden mit Konto.

Kundenkonto: Bestellungen mit Belegen als PDF, Sendungsverfolgung, Nachbestellen, Adressbuch mit Dublettenzusammenführung, E-Mail-Wechsel mit Bestätigung, Bewertung abgeben. Wer kein Konto will, sieht seine Bestellung über einen Token-Link plus PLZ ein, kann bezahlen und sogar die Zahlart wechseln. Warenkörbe werden über das Konto zwischen Geräten abgeglichen.

Inhalte: alle Content-Seiten, der Blog, die Team-Seite und eine Fotogalerie mit Kunden-Einsendungen sind im Back-Office pflegbar. Der Widerruf kann online erklärt werden.

Auswertung: eigene First-party-Webanalyse mit Seitenaufrufen, Besuchern, Quellen und dem Funnel Besuch → Warenkorb → Kasse → Kauf. Cookieless, ohne Einwilligungsbanner-Zwang, ohne Google.

So und wer es bis hierhin geschafft hat erfährt wohl das Interessanteste.

Die Kosten:

Hetzerserver + Backup: rund 60EUR
Claude Code: aktuell noch 90EUR (kann ich jederzeit wieder auf 15EUR zurückwechslen)
Claude Plattform: bis jetzt rund 40EUR (jenachdem wieviel Übersetzt und wieviele Texte erzeugt werden)

IONOS Cloud: aktuell 23 Cent im Monat für die GOBD Rechnungsablage

Das war’s. Keine Hundert Euro im Monat.

Wenn ich mir jetzt überlege das Plenty uns ab Dienstag auf Ultimate mit 1700EUR Netto schieben wollte kriege ich leichte Lachanfälle.
Ich kann mir garnicht erklären wieso wir bisher neben dem CLASSIC-Tarif noch knapp 700EUR an Hostinggebühren berechnet hat. Für was?

Aber zur Wahrehit gehört auch, das ich hier mit der KI 16 Stunden am Tag auch am Wochende durchgehakt haben. Und das jetzt rund 8 Wochen am Stück. Aber es nimmt jetzt ab. Und ich möchte auch betonen das noch nicht alles Perfekt ist und noch viele Altlasten aus Plentyzeiten abgeräumt werden müssen und ich noch viele Ideen habe wie zum Beispiel Multilingualität im Shop und noch andere geil Dinge.

Mein Fazit im allgemeineen zu KI

Ich kann nur jedem raten die Chance die durch KI entsteht zu nutzen um weiterzukommen.
Auch wenn Plenty jetzt mit Krampf viel KI einbindet glaube ich das Plenty allein durch Kosten und schlechten Support eher ein Klotz am Bein ist und bleibt.

Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen das es plenty in 10 Jahren noch geben wird.
KI macht plenty langfristig überflüssig. Ich sage nicht das ich mir das wünsche, aber es ist die absolute Realität.

Also nun nocheinml mein Dank an alle die mich über die Jahre unterstützt haben.
Danke.

MfG Christian

Ja KI macht schon Heute viel möglich - was geht da erst in 1 oder 2 Jahren? :wink: Mag es mir gar nicht ausmalen.

Das sind irgendwo im Bereich 50k EUR interne Kosten (einmalig), dazu die internen Wartungskosten, wenn die Software an geänderte Bedingungen (Schnittstellen…) angepasst werden muss.

Sprich ja, das kann in dem Fall eine attraktive Möglichkeit sein, besonders, wenn man die internen Kosten niedriger bewerten kann. Aber es ist nicht plötzlich für jede Firma billiger, das ERP (mit KI) selbst zu programmieren.

Was sich klar zeigt: Anbieter wie Plenty stoßen mit ihrer Preispolitik mittlerweile an Grenzen, es lohnt sich für viele Kunden zu hinterfragen „geht das nicht auch billiger?“. Und die Lösung kann bei KI-Programmierung liegen, oder auch bei anderen Softwareanbietern, wo man dann vielleicht irgendwo zwischen 20 und 160 EUR pro Nutzer und Monat zahlt, und nicht tausende EUR, die vom GMV abhängen.

@Christian als ich letztens deine Mail bekommen habe, hab ich mich wie ein Schnitzel für dich gefreut!

Ich sehe das genau wie du: Plenty und andere ERP in der heutigen Form braucht bald niemand mehr.

Die KI Integrationen von plenty die ich bisher gesehen haben, sind Spielereien im Vergleich zu dem was mit Claude und co. möglich ist.

Zukünftig integrierst du das ERP in KI, nicht umgekehrt. Oder baust es gleich selbst, so wie du.

Was ERP Anbieter und andere Systeme heute mit KI veröffentlichen, ist tendenziell Monate alt und längst veraltet. Und am Ende oft entweder überteuert oder in der Funktion stark kastriert.

Die Zukunft ist KI + Schnittstellen.

PS: Alle die den Einstieg in das Thema vereinfachen wollen und gar nicht wissen wo sie starten, hier mal Werbung in eigener Sache:

Hallo Thomas,

gut gerechnet. Das schöne ist ja, das die Investition nur reine Arbeits- und Lebenszeit gekostet hat. Die Wartung mit KI ist so wie das warten bis endlich der Kaffee durchgelaufen ist. Die Recherche und das programmieren macht die KI allein und stellt gelegentlich nur Rückfragen wie man etwas ausgearbeitet haben will. Dann läßt man Sie machen und kümmert sich derweil um andere Themen. Zeitweise sind bei mir hier bis zu 8 oder 9 Chats parallel gelaufen. Oft bin ich auch fast an das wöchentliche Limit gestoßen. Einmal sogar darüber.

Und mal ehrlich. Ich habe Null Ahnung von Servereinrichtung und Programmierung.

Und dennoch habe ich hier jetzt ein System am laufen welches jetzt schon mehr bietet als es Plenty jemals könnte.
Zugegeben macht es mir auch manchmal Angst, das und wie es funktioniert. Aber was hält dich konkret davon ab KI einzusetzen. Sicher bin ich zumindest technisch interessiert und finde das spannend, aber wenn ich das hinbekomme, können das viele andere auch.

Bevor ich darüber nachdenke wieviel Angst ich vor KI haben sollte, mache ich mir mehr Sorgen darüber was passiert wenn der Strom oder das Internet mal für 3 Tage ausfallen sollten.

Interessant ist, das das erste was die KI und ich vereinbart haben, den Code den Sie schreibt so schreibt, strukturiert und kommentiert das auch ein menschlicher Coder jederzeit eingreifen und sich darin zurechtfinden könnte.

MfG Christian

Ich habe kleinere Projekte mit KI programmiert, den Plenty Backup Export, und ein SEO-Tool ( SEO-Tool: Open Source statt Cloud-Abo - Gattinger.info ).

Was bei einem ERP denke ich die größere Herausforderung ist: Sicherstellen, dass alles 100% korrekt funktioniert, um keine Compliance Probleme (Buchhaltung etc.) zu bekommen.

Also z.B. sicherstellen, dass alle Belegnummern fortlaufend sind. Klingt einfach, aber ich kann mich noch gut erinnern, welche Katastrophe es war, als Plenty hier vor ein paar Jahren einen Fehler hatte (eine Hand voll Belegnummern wurden übersprungen…).

Ich denke „Software testen“ und die Qualität sicherstellen ist wichtiger und schwieriger als Software schreiben zu lassen. Besonders, wenn Fehler ernste Auswirkungen haben.

Beim SEO-Tool ist das unproblematisch, da wird vielleicht ein Fehler angezeigt der gar kein Fehler ist - ärgerlich, aber es passiert nichts.

Auch bei einem Konfigurator, der Daten erfasst, und sie dann ans ERP übergibt, sind die Fehlermöglichkeiten begrenzt: Es funktioniert nicht, oder man bekommt falsche Daten, das bemerkt man schnell, das kann man schnell beheben.

Beim ERP selbst sehe ich das Risiko eher bei Fehlern die man nicht sofort bemerkt, und die erst nach längerer Nutzung auftauchen. Bei einem „klassischen“ ERP sehe ich da noch den Vorteil, dass es von tausenden Nutzern über Jahre genutzt wurde, und daher viel mehr getestet wurde, als es bei einem einzelnen Nutzer möglich wäre.

Zur KI selbst: Sie ist recht überzeugt von einer Sichtweise, bis sie Gegenwind bekommt, dann ist sie überzeugt von der gegenteiligen Sichtweise. Sie macht teilweise Fehler, die sie auch nach 5 Versuchen nicht korrigiert bekommt. Bei jedem Lösungsversuch ist sie sehr überzeugt, dass er funktioniert, aber man dreht sich im Kreis, wenn man das Problem nicht selbst löst.

Das sollte nicht zu negativ klingen, ich bin auch von KI-Programmierung begeistert. Aber man darf den nötigen menschlichen Input nicht unterschätzen. Und den Aufwand, den du @Christian ja recht genau angegeben hast.

Also bei dem ganzen KI Hype muss man das finde ich schon abwägen und es kommt da auch wirklich auf die Manpower und die Größe/Ersparnis an, die man im Unternehmen hat.

Man zahlt die Plenty Rechnung ja nicht einfach nur für das Hosting. Wir haben bspw. zu euren Kosten eine Lücke von roundabout 350 Euro zu Plenty. Viele sind in einer ähnlichen Struktur, von 350-500 Euro als Lücke, was man so bei den neuen Verträgen mal querliest.

Dann muss man das finde ich schon abwägen, will ich für 4000-6000 Euro augenscheinliche Kostenersparnis im Jahr mir das Bauen und auch aktuell halten. Dazu kommen noch die ganzen Risiken, die ich selbst tragen muss, wie @thomas.g schon angeschnitten hat.

Das ERP ist ja nicht nur einmalig gebaut und dann bin ich dauerhaft damit fertig. Ich muss ja alle Schnittstellen von der Funktionalität im Überblick haben, alle Anpassungen der Marktplätze selber vornehmen - sei es wenn sich rechtlich was ändert, neue Funktionen auf Marktplätzen eingeführt werden oder nur Änderungen an der Schnittstelle selbst. Bei rechtlichen Sachen muss ich ja auch noch zusätzlich prüfen, ob meine Lösung rechtssicher ist, was sonst ja Plenty auch weitestgehend ready zur Verfügung stellt (Widerrufsbutton, Anpassungen auf der Check-Out Seite). Dauerhafte Kompatibilität, die Dsgvo und die ganze Komplexität lasse ich da mal noch aussen vor.

Wenn ich jetzt einen gewissen Mitarbeiterstamm habe und dafür einfach einen Mitarbeiter teilweise abstellen kann, lohnt sich das vielleicht - auch da müsste man dann aufs Jahr mal die Stunden, die für die Wartung anfallen gegenrechnen. Vor allem wenn man wirklich alles technisch, datenschutzrechtlich und juristisch selbst nachprüfen möchte.

Als kleines Unternehmen, wo vorne und hinten eh der Zeitschuh drückt weiss ich nicht, ob das die 1a Lösung wirklich ist. Und gerade wenn man nicht die Ahnung von dem Ganzen technisch hat und auf die KI angewiesen ist, wenn man dann in die Situation kommt, dass die KI es nicht hinbekommt und man sich extern Hilfe holen muss.. dann ist die Ersparnis schnell verpufft oder mein Unternehmen steht im Worst Case auch mal 1-2 Tage still.

Hallo MrT,

also ich kann ja erstmal nur von meinem Fall ausgehen und da stehen 1700EUR Netto im Monat gegen sagen wir rund 100EUR im Monat.

Deine Einwände an sich sind gut, gerade im Hinblick auf Steuerliche und allgmeine rechtliche Bedenken. Aber als Unternehmer musst du dich mit jedem neuen Thema eh auch immer selbst auseinandersetzen und dann Entscheidungen treffen oder dich mit deinem Steuerberater oder Anwaltskanzlei besprechen. Das nimmt Dir die KI ja nicht ab.

Und die reine Umsetzung dauert meist nur wenige Minuten, wenn der Plan steht.

Mir ging es hier auch nie darum einen Mitarbeiter einzusparen.

Mir ging es hier um Freiheit, die wir bei Plenty nicht und immer weniger hatten.

Wenn ich allein nur daran denke wieviele geile Ideen über das Forum und davor über eine Featurewunschbox und andere Kanäle an plenty herangetragen wurden und rein garnichts für die Nutzer umgesetzt wurde. Es wurde nur abgebügelt, von vorne bis hinten. Und dann höre ich mir das Gesülze vom CEO an wie toll plenty ist und/oder noch wird, wo ich mir denke wieviele Joints hat der Mann gerade vor der Aufzeichung geraucht?

Statt alte Probleme zu beheben wurden immer wieder neue Probleme geschaffen. Und wie du selbst festellen musstest, hat auch plenty Probleme verursacht, nicht nur bei den Nummernkreisen.

Da hat man irgendwann das Gefühl oder stellt sich die Frage ob es nicht besser wäre zu wechseln. Das scheiterte bei uns an der schieren Menge unserer Varianten und der Angst das niemals in ein anderes System migriert zu bekommen weil es schlicht händisch nicht mehr zu schaffen ist.

Und das da nun eine derartige Menge Geld/kosten gespart wird fällt nur als Nebengewinn positiv ab. Klar wenn jemand im Monat keine 500EUR für plenty bezahlt ist das eine reine Kosten/Nutzen-Rechnung die jeder für sich machen muss.

Für uns hat sich das in jedem Fall gelohnt. Und das geparte Geld kann dann direkt in neue Produktentwicklungen und auch in die Wartung fließen.

Und eines möchte ich gleich noch Anmerken. Als wir 2009 bei Plenty aufgeschlagen sind war plenty ein Macht und ich auch total davon überzeugt. Stellt euch heute mal vor ihr ruft auf einer stinknormalen Festnetznummer bei plenty an und der CEO geht ans Telefon, du schilderst dein Problem/meldest ein Bug welches nach einem Update entstanden ist und nanch einer halben Stunde ruft er zurück und verkündet Dir das das Problem behoben ist und gerade der Fix ausgerollt wird und ich in ca. 5 Minuten mal F5 drücken soll und alles ist wieder schick.

Ja, diese Zeiten gabe es einmal. Da war ich der größte FanBoy von plenty.

Mist, schon wieder viel zu weit weg vom Thema.

MfG Christian

Es geht ja auch darum, das man bei einem „gemieteten / gekauften“ ERP wie Plenty, JTL etc. auch immer Funktionen mit bezahlt, die man ehe nie braucht / nutzt.

Ich bin da auch deshalb ganz bei Dir, @Christian

Gruß Dirk

Ich kann das auch nur empfehlen. Beleuchten und testen.

Wir müssten als Vendoren bei Amazon auf Software setzen die auf Seller ausgelegt ist, viel Geld ab eine bestimmten ASIN-Menge verlangt und nicht das liefert, was wir benötigen. Klar kostet KI, aber wir haben in einer Woche mehr damit geschafft, als jede andere Software vorher leisten konnte.

Japp auch bei uns wichtig. Nicht einsparen, aber entlasten. Die Kollegen sollen ihren Job machen und nicht Zeit Verschwenden, um an die Daten dafür zu kommen, um den machen zu können.

Das ist bei keiner Software gegeben und am Ende muss es im Unternehmen einen geben der das kann, bzw. können muss. Nicht der Software-Anbieter „muss“ die Lösung bringen. Und wenn er sie bringt, muss sie nicht unbedingt deinem Verständnis von „korrekt“ entsprechen. Da ist eine KI die einfach auch auf Anweisung hin dein Verständnis umsetzt und ggf Anmerkungen macht, eigentlich optimal.

Ich kann da eigentlich jedem nur anraten, sich mit @felix.ries mal kurzzuschließen, was man alles damit machen könnte (nein keine Werbung, aber ich sehe ihn hier als KI-Guru, der sich darauf spezialisiert hat).

Hallo @Christian wie lange musstest du auf die Freischaltung für SP_API warten? Ich warte gerade seit 05.08.2026 auf die Freischaltung der SP-API (Privat). Da wir auch dran sind eine eigene Software zu schreiben. Bis jetzt läuft auch alles sehr gut.

Gruß Chrstian

Hallo Christian,

@klaggi beim ersten Versuch 3 Wochen bis zur ersten Reaktion* und dann hatten die immer viel zu nörgeln und krasse Anforderungen an die Serversicherheit. Da kommt es aber immer darauf an was man alles freigeschaltet haben will. Gerade wegen der Kundendaten und den Finanzdaten dauert das sehr lang.

Die Änderungen wurden dann aber immer binnen weniger Stunden bis 2 Tage geprüft. Nach der Freigabe wirds noch mal kurz kniffelig mit dem Vergeben der Rollen(das übersieht man leicht).

*Ich hatte dann noch nen Fall aufgemacht und gefragt wie lange das ungefähr dauert. Vielleicht hatte das geholfen. Aber wissen tue ich das nicht. Amazon selbst sagt auch das es bis zu 4 oder 6 Wochen dauern kann.

MfG Christian

Die meisten Sachen kannst du aber m.E. auch vorher nutzen. Speziell wenn du die Anwendung nur für dich schreibst.

Hallo @Christian wie meinst du das mit vorher nutzen? Eine Sandbox Verbindung funktioniert schon, aber auf Live Daten wie Bestand, Produkte, Bestellungen etc habe ich leider noch kein zugriff.

Gruß Klaggi

Wobei ich sagen muss, das hat sich in den letzten Monaten deutlich verbessert. Claude und ChatGPT sind, gerade wenn man der KI ein Grundtraining verpasst, eher vorsichtig zu agieren, sich selbst zu hinterfragen, nicht alles zu bejubeln, sondern ein offener Sparing-Partner zu sein, inzwischen deutlich zurückhaltener und nicht mehr so sehr von sich selbst überzeugt - und tatsächlich erkennt die KI mehr und mehr, welche Fehler es gemacht hat und korrigiert diese nach 1-2 Anläufen statt nach 4-5 Anläufen (oder gar nicht), wie es noch vor 6 Monaten der Fall war.

Aber ja, es gibt immer mal eine Sackgasse, wo man dier KI etwas unter die Arme greifen muss, zumindest muss man ihr ab und an etwas Anschub geben.

Lieber Christian,

hast du mal ein Link zu deinem Shop ? Hört sich gut an!

LG

Hallo Fatih,

der Konfigurator: klemmbrett.de

Unser regulärer Shop: bütic.de

Beide auf Anhieb in Pagespeed im 94% bis 100% in allen Bereichen.

Die KI hat das dann in 20 Minuten auf min. 97%/98% bei Leistung hochgedrückt. Die anderen Punkte sind alle 100%. Und es ist wirklich alles sauschnell, weil man den Server selbst unter Kontrolle hat bzw. die KI für mich. Aber auch das war am Ende nur positiv abgefallen, da es keine Vorgabe dazu gab. Das ist dann halt ein gewisser Standard was da rauskommt.

MfG Christian

Lieber Christian,

sieht gut aus! Läuft euer Shop nun komplett auf eurer eigen Entwicklung oder läuft da Plenty irgendwie noch im Backend o.ä. ?

Ja, es ist ein großer Vorteil, wenn man Probleme selbst lösen kann.

Bei PlentyShop gabs quasi jahrelang Diskussionen bezüglich „Shopbooster“. Und selbst konnte man nicht viel verbessern, wenn man nicht so motiviert wie @uweschuermann rangegangen ist (soweit ich mich erinnere hat er viel im JS/CSS Bereich selbst gebaut, quasi am Plenty-Standard vorbei).

Den Aufwand ein „fertiges“ System zu betreuen darf man auch nicht unterschätzen. Die Migrationen von Callisto zu Ceres (zu einem Zeitpunkt wo Callisto abgeschaltet wurde und Ceres noch nicht ganz fertig war), endlose Diskussionen im Forum - da klingt die Variante „ich löse das schnell selbst mit KI“ tatsächlich sehr interessant :smiling_face_with_sunglasses:

Monate sind da drauf gegangen. Und so richtig gut wurde es nie.

Im Gegensatz dazu die investierte Zeit in JS/CSS in Odoo: null. Und trotzdem ist der PageSpeed-Wert gleich auf bis besser.

Ach ja. Wir sind mit dem Odoo-Shop online und haben damit den Absprung von plenty fast komplett. (Noch ein bisschen Datensicherung/-übertragung.)