Tec-Allianz plant kontrollierten Ausstieg bis 2030
Was mit JTL passieren soll, ist offenbar klar geregelt. Laut Aussagen mehrerer Beteiligter soll das gesamte ERP- und Shopsystem bis 2030 schrittweise eingestellt werden.
Für die aktuell rund 30.000 aktiven Händlerkunden plant die Allianz ein „Migrationsprogramm“:
Händler können zu vergünstigten Konditionen zu einem der Tec-Allianz-Systeme wechseln – also zu Afterbuy, Plentyone, Xentral oder Shopify.
Auch wenn das natürlich ein Scherz ist: Ganz unrealistisch ist eine gewisse Konsolidierung nicht. Ein Investor kauft ja seit Jahren diverse Systeme auf, und da könnte die Idee schon sein, dass man die Kunden von einem System auf ein anderes “migriert”, um nur mehr eine Plattform weiter entwickeln zu müssen.
Bei JTL wird die Zukunft wohl davon abhängen, ob die den Sprung in die Cloud schaffen, das Windows Zeug wird in 5+ Jahren sicher gnadenlos veraltet sein. Bei Plenty ist die Frage, ob sie die UIs und Software Stabilität wieder in den Griff bekommen (und die Kunden behalten können). Aber die Technologie wäre zumindest halbwegs modern (im Vergleich zu JTL).
Aber irgendwas MUSS in den nächsten Jahren passieren am E-Commerce ERP Markt. Denn nur “Mitarbeiter abbauen, Qualität verschlechtern, Bestandskunden gnadenlos melken” ist keine langfristig sinnvolle Strategie.
Soll ja um den Oktober / November in der 1. Version kommen. Ich denke schon, das es klappen wird, wenn auch mit Kinderkrankheiten, so wie bei Plenty ja auch.
das Cloud in deinem Screenshot bedeutet letztendlich nichts anderes als Hosting bei ecomDATA.
Das was @DirkO meint ist die neue WaWi an der JTL gerade arbeitet. Hierbei soll es auch wie bei PlentyONE dann einfach im Browser zu öffnen sein und nicht mehr wie bisher auf einem Windows-Server/Windows-Datenbank liegen.
Hallo war das nicht gerade ein Vorteil von JTL,
das man eine Windows Client Software, zu einer MS SQL Datenbank, die man Inhouse oder wenn verschiedene Standorte gewünscht sind im Web hat ?
Ich finde es schon gut, dass die Datenbank eines Unternehmens komplett verfügbar ist.
Kann ein Browser überhaupt so performant wie eine kompilierte Client Software sein ?
Ich hatte JTL mal vor Jahren genutzt, die Software war immer sehr stabil.
Ist das mittlerweile wirklich ein Plenty Konkurrent, der viele Marktplätze gut beherrscht.
Wie sind denn die Erfahrungswerte zu JTL, können die Marktplätze wie: Amazon / Ebay / Otto usw. überhaupt so gut wie Plenty füttern ?
Da muss man 2 Dinge unterscheiden. Gut: Eigene Datenbank haben (hat man typischerweise bei Open Source Software auch). Schlecht: 100% Bindung an Microsoft/Windows sowohl im Serverbereich (Microsoft Server System + Microsoft Datenbank) als auch im Client Bereich (zwingend Windows Clients/alle Arbeitsrechner müssen Windows nutzen).
Warum ist das schlecht? Weil im Serverbereich Microsoft Server eine ziemlich exotische Sache ist, der Großteil des Webs läuft auf Unix-artigen Open Source Systemen (Linux, FreeBSD).
Und weil im Client Bereich die Nachteile von Windows zunehmen, während man mit Linux Rechnern (und Software im Browser) massiv sparen kann und eine eher sicherere Umgebung hat. Und wer nicht sparen will kann natürlich auch Macs nehmen, da Browser Software einfach Plattform unabhängig ist.
Ja, und es kann auch wesentlich besser sein. Das liegt aber weniger an “Browser oder kompiliert” sondern eher an der Architektur des Systems.
Beispiel: Artikel Statistiken von JTL: Die muss man bei jedem Artikel nach Bedarf neu generieren lassen, dabei holt der Client erst mal die Daten vom Datenbank Server, baut dann die Statistiken zusammen. Langsam und extrem veraltete UI.
Eine Statistik Lösung im Web ist möglicherweise viel moderner gebaut, und liefert die Statistik in Sekundenbruchteilen an den Browser aus.
Oder ein anderes Beispiel: UIs in Plenty: Plenty hatte 20 jahre lang schnelle UIs (etwa Ansicht von Aufträgen) im Browser. Wenig konfigurierbar, aber schnell und sehr gut nutzbar. Dann haben sie auf super modern konfigurierbare UIs umgestellt, und es ist eher langsam und schlecht. Liegt aber nicht am Browser, sondern an der Technologie die diese Informationen ausliefert/anzeigt.
Subjektiv gesehen war Plenty mit den alten UIs besser bedienbar als JTL, jetzt mit den neuen UIs wird der Vorteil geringer (sprich wenn die UI im Browser unkontrolliert herumspringt bekommen Uralt-Windows-Listen wieder ihren Reiz…).
“Das Wichtigste funktioniert irgendwie”
JTL schaut halt veraltet aus, setzt Dinge im Client um, es funktioniert irgendwie Daten zu Marktplätzen zu übertragen.
Plenty sieht moderner aus, alle 1-2 Jahre wird alles über den Haufen geworfen, das Wichtigste funktioniert irgendwie. Oder auch nicht, wenn es mal kaputt geht.
Beide Systeme sind aus völlig unterschiedlichen Gründen nicht das Gelbe vom Ei.
noch ein großer (in meinen Augen) Nachteil einer Inhouse-DB:
Man hat diese Inhouse! Sprich, DU bist für diese DB verantwortlich, wartest diese, machst Backups, hast für Ausfallsicherheit 2 DB.
Oder gibst das ganze für (teueres) Geld an ext. Dienstleister.
Schlagzeile vor ein paar Tagen von einem Dienstleister: Wurde gehackt, zahlte nicht, streckte die Flügel, Kunden kommen nicht an die Daten.
Oder: Während der Flutkatastrophe im Ahrtal. Händler hatte seine Ware im „Trockenen“, der Server im Keller war aber abgesoffen.
Mir ist bis heute nur 1 Fall bekannt, als Plenty eine massive Störung hatte bei einem Server und AuftragsIDs doppelt vergeben wurden (oder sowas ähnliches). Da waren allerdings nur wenige Händler betroffen.