Shopify und das Ökosystem drumherum

Hallo zusammen,

ich denke gerade darüber nach, WooCommerce durch Shopify zu ersetzen und damit perspektivisch auch den Wechsel weg von Plenty ab 2027 einzuleiten. Shopify kann ja schon einiges „out of the box“, weshalb ich mir davon insgesamt ein schlankeres Setup erhoffe.

Dabei stellen sich mir aktuell ein paar Fragen:

Kann Shopify sauber Rechnungen erstellen oder würdet ihr dafür eher ein System wie Billbee einsetzen?

Wie sieht es mit der Marktplatzanbindung an Amazon aus, sowohl für FBA als auch FBM? Ist Billbee hier eine sinnvolle Lösung oder gibt es bessere Alternativen direkt im Shopify-Ökosystem?

Dann wäre noch das Thema POS/Kassensystem. Shopify bietet hier ja eine eigene Lösung an. Aktuell verwenden wir Flour, das sich sowohl an Billbee als auch an Shopify anbinden lässt. Langfristig wäre mein Gedanke aber, möglichst viel direkt über Shopify abzubilden und die Anzahl der Systeme zu reduzieren.

Wie gut ist Shopify außerdem bei Themen wie Purchase Orders, Einkauf, Bestandsführung und unterschiedlichen Preisen bzw. Preislisten?

Hat jemand von euch so einen Wechsel schon einmal durchgespielt also den Webshop auf Shopify umgestellt und darum anschließend das komplette Ökosystem neu aufgebaut?

Mich würden vor allem Erfahrungen aus der Praxis interessieren. Ich bin beim Thema Shopify noch nicht ganz so tief drin und versuche gerade herauszufinden, wo die Grenzen liegen und welche zusätzlichen Systeme man am Ende tatsächlich noch benötigt.

Mein Ziel wäre, die laufenden Kosten überschaubar zu halten, die Verwaltung deutlich zu vereinfachen und möglichst wenige Systeme parallel betreiben zu müssen. Gleichzeitig sollen Anbindungen für Onlinemarketing wie Google, Meta etc. einfacher werden und auch die laufende Betreuung des Shops schlanker sein. Shopify wirkt auf mich hier insgesamt moderner und wartungsärmer als WooCommerce.

Freue mich über eure Erfahrungen und Einschätzungen.

Gruß
Peter-Alexander

Diese Themen sind nur lose verbunden. Shopify ist wie WooCommerce ein Shopsystem, nur mit anderer Architektur und anderem Preismodell.

Bei Shopsystmen kann man gewisse Dinge wie Rechnungserstellung, ERP Funktionen oder gar Marktplätze dranhängen, aber so wirklich schön wird es nicht.

Ich habe zB einen Shopify Shop eingerichtet, bei dem dann TEMU drangehängt wurde (da Shopify-TEMU Connector verfügbar). Restultat: 1 Shopbestellung auf 100 TEMU Bestellungen in Shopify. Geht, aber ist halt nicht so schön, weil man den Shop mit Marktplatz-Aufträgen vollmüllt.

Wenn du Webshop+Marktplätze hast dann würde ich empfehlen ein leichtgewichtiges „Rechnungserstellungs-Wawi-ERP-System“ zu verwenden, das die Aufgaben von Plenty übernimmt, aber viel billiger.

Billbee ist da ein Name, es gibt auch andere. Über weclapp stolpert man zB immer wieder wenn es in Richtung „richtiges ERP“ gehen soll. Hier kannst du die Systeme ausprobieren die Schnittstellen zu Woo, Shopify und den nötigen Marktplätzen haben. Dieses System sollte dann die Rechnungen erstellen (gemeinsamer Nummernkreis für alles wie bei Plenty ist möglich), Bestände abgleichen und diverse andere Aufgaben übernehmen (Bestand, Nachbestellung…), und genau da musst du eben testen welches System das kann.

Der Webshop kann dann gewechselt werden, man hängt dann an dieses System eben Shopify statt Woo dran.

Zu Shopify allgemein: Es ist super einfach, wenn man einen simplen Shop „zusammen klicken“ möchte. Sobald der Shop komplexer wird wird es auch mit Shopify komplexer. Und man zahlt zumindest bei Paypal Bestellungen eine Gebühr auf den Umsatz, und muss Karten über Shopify Payments abwickeln wenn man diese Gebühr bei Kartenzahlungen vermeiden möchte.

Vielen Dank für dein Feedback.

Stimmt das habe ich so noch nicht wahr genommen obwohl es offensichtlich ist, ich mein Woo läuft, der Umzug zu Shopify ist auch ein Kraftakt.

Das habe ich bei meiner Recherche und das was ich in Woo in Germanized gesehen haben auch so wahrgenommen.

Geb ich dir recht, das muss ich mir einmal ansehen wie das in dem jeweiligen (shopfiy) backend aussieht, ist aber ein Guter Punkt.

Das ist der Punkt, aktuell verrechnen wir in der Buchhaltung mittels Nexus Dekodi für das Steuerbüro, deshalb bin ich auf Billbee gekommen weil hier der Schnittpunkt mit meiner bestehen POS Software Flour besteht.

Dekodi Rechnungsplattformen

  • JTL (inkl. Wawi 1.10 & 2.0.0)
  • Amazon-Umsatzsteuer-Transaktionsbericht
  • PlentyONE
  • Billbee
  • Easybill
  • Afterbuy
  • Pixi
  • Simpleks Commerce

Diese Themen sind eben auch wichtig, Gemeinsamer Nummernkreis wie du schon sagst Artikelpflege und Verwaltung, Nachbestellung und Anbindung und Exporte um externe Datenverarbeitungen zu machen und wieder einzuspielen.

Zum Thema Shopify, mein Gedanke war das als komplettes System aufzuziehen, Shop und Kasse mit dem Warenbestandsthema (3 Standorte) und dort dann nur noch Amazon anzubinden. Kasse kostet mich im Monat auch 290 € das ist gleich den Shopify Gebühren für drei Kassen und ich hab aber ein System. Im Moment Sync ich die die Bestandsdaten und Artikel über ne Middleware zur Kasse die auch mtl. einiges kostet, läuft aber nicht sauber. B2B ist auch ein Thema mit Rechnungsverkauf.

Das müsste ich mir einmal ansehen, in Woo und WP kenn ich mich aus, bin aber kein Pro, hab aber das Gefühl das Shopify einfacher sein könnte.

Das Thema hat einfach noch zu viele Lose Enden, ich schaffe mir gerade einen Überblick. Ich dachte halt Shopify ist von der Administration einfacher und kann POS Kasse.

Mal allgemeiner gesprochen - wir haben sowohl einen recht komplexen Woo-Shop als auch einen Shopify-Shop.

Allgemein muss man sagen, Shopify ist frischer, das Backend besser strukturiert, KI findet dort schon zunehmend statt (Claude hat auch eine direkte Anbindung an Shopify, da kann man sehr viel automatisieren). Allgemein wirkt Shopify mehr aus einem Guss.

Wo es Nachteile gibt, sind die Kosten und - wenn man sie denn braucht - funktionelle Einschränkungen, bspw. direkter Zugriff auf den Warenkorb und den Checkout. Shopify erlaubt es nur, über Line Items / Discounts etc. die Warenkorb zu beeinflussen, der Checkout ist nur in wenigen Punkten modifizierbar. Das alles geht nur besser, wenn man Shopify Plus hat, was über 2000 Euro im Monat kostet.

Bei Woo hat man hingegen fast komplette Narrenfreiheit, etwaige Plugins für Warenkorb und Checkout können daher viel tiefer eingreifen, bspw. Preise abfangen und anpassen. Aber da kommt es sehr auf die Notwendigkeit an, wir nutzen als Hersteller personalierter Warnwesten unheimlich viele Plugins für die Anpassung, für die ganzen Optionen, für Versandzeitschätzungen etc. - wer einen simpleren Store hat, der braucht das alles nicht und dann sind die paar Einschränkungen (bis auf den Preis) bei Shopify sehr überschaubar.

Man sollte zudem bedenken, bei Woo bist du mehr auf dich angewiesen, was SEO & Co. angeht. Wer es kann, der kommt mit Woo gut klar, aber Shopify ist sehr viel mehr automatisiert und die Plugins, die es so gibt, bzw. zunehmend die Shopify Bordmittel, machen viel SEO KI-basierend schon automatisch, wer darauf nicht allzu viel Zeit verwenden möchte, der ist bei Shopify besser dran. Und was Integration in Social Media etc. angeht, da ist Shopify auch weit vorne. Es kann also sein, dass die Mehrausgaben für Shopify schnell auch wieder drin sind, wenn man über Shopify besser / mehr verkauft, bessere Upsells generiert, Warenkorb-Recoveries etc.

Allgemein kann ich sagen, nach aktuellem Stand würden wir alles bei Shopify haben und nicht getrennt bei zwei Anbietern. Wo wir aber den Entwicklungsaufwand für Woo schon hatten, lassen wir beide laufen, das bietet natürlich im Gegenzug auch eine gewisse Ausfallsicherheit und man kann die Shops differenzierter positionieren.

Viele Grüße

Alex

Die Schnittstelle zur Buchhaltung ist extrem wichtig, da würde ich etwas nehmen was damit gut funktioniert. Würde ich eher wichtiger als Nachbestellungen sehen, denn bei Nachbestellungen kann man basteln, bei Buchhaltung sollte es 100% perfekt laufen.

Vom Aufbau her eher

Shops, Marktplätze etc. → Rechnungserstellungsprogramm → Nexus/Buchhaltung

und nicht

Marktplätze → Shop (inkl. Rechnungen) → Buchhaltung

Ein Shop ist meist etwas „eindimensionaler“ wenn es um Daten wie Bestände etc. geht. Sprich für mehrere Kanäle, Warenflüsse, Nachbestellungen, Packvorgänge… ist ein Shop nicht so gut gerüstet, da braucht man immer gewisse ERP Funktionen.

Kleiner Shop+Germanized Rechnungen geht. Marktplatz Aufträge in den Shop importieren und dann auch dafür Germanized Rechnungen erstellen: Würde ich nicht machen.

Generell zu Rechnungen und angehängte BH Logik (Kontierung, USt. Logik): Da ist Plenty VIEL mächtiger als die Rechnungserstellung die man bei einem Shop dranhängen kann. Da würde ich eben checken ob Billbee oder andere das abdecken. Sprich Plenty durch ein viel billigeres System ersetzen, das die Aufgaben von Plenty übernimmt.

Dann lass es so, wenn es keinen wichtigen Grund gibt, den Webshop zu ersetzen („der Shop könnte viel mehr verkaufen wenn er moderner wäre“).

Soweit ich sehe brauchst du ein ERP, das Webshop, Marktplätze, Kassen verbindet, und das dann passende Rechnungen für die BH erzeugt.

Da gibt es verschiedene, die kannst du testen etc. - aber das ist nicht die Stärke von Shopify. Shopify ist ein Webshop, der dadurch glänzen sollte möglichst viel im Webshop zu verkaufen, weil er schnell ist, Checkout gut ist usw. - in den Bereichen muss er sich messen. Rechnungen für Amazon Aufträge erstellen ist eine völlig andere Baustelle.