Odoo ist komplett anders als plenty.
In der Regel gibt es „Workflows“ die Odoo an die Hand gibt. Oft genug sind diese dann durch Optionen usw. anpassbar. Wenn man sich dazu mal ein Beispiel ansehen möchte, empfehle ich die Lagerverwaltung mit Warenein- und -ausgang im Handbuch zu studieren. Sehr flexibel einstellbar und für ein breites Spektrum an Händlern out-of-the-box passend.
Ein Modul bzw. eine App ist natürlich schon in sich abgeschlossen. Damit meine ich aber nicht, dass diese nicht mit anderen interagiert. Es geht mehr um die „Zuständigkeit“. Das Ticketsystem hat einfach die Hoheit über Tickets: Wie sie ins System kommen, wie nach außen kommuniziert wird, der Flow innerhalb des Systems.
Hat man beispielsweise die Projekt-App installiert, kann ich einfach aus einem Ticket eine Aufgabe machen (und umgekehrt) – mal so als einfaches Beispiel. Module/Apps erweitern also oftmals den Funktionsumfang und die Möglichkeiten bereits installierter Module.
Da du Produktionsflüsse usw. angesprochen hast, solltest du dir mal „Fertigung“ ansehen. Ist jetzt nicht so ganz mein Gebiet. Aber soweit ich das überblicken kann, hat man gute Möglichkeiten, Produktionsworkflows in Odoo zu etablieren.
Die Apps (und Bridge-Module) bringen meist schon Automatisierungen und Workflows mit. Wie erwähnt, lassen sich diese im einfachsten Fall durch Einstellungen anpassen.
Darüber hinaus gibt es mehrere Automatisierungsmöglichkeiten. Ein Bereich heißt sogar schlicht „Automatisierungen“ oder „Automatisierungsregeln“. Das funktioniert nach dem Prinzip „Wenn dies, dann das“. Wenn die vorhandenen Aktionen, die eine Automatisierung ausführen kann, nicht ausreichen, kann man auch direkt Python-Code hinterlegen.
Ich muss dazu sagen, dass wir genau das nicht machen. Das liegt daran, dass ich persönlich Code lieber in einem Versionskontrollsystem habe. Wenn man aber im Unternehmen Regeln für den Umgang mit solchem Code implementiert, spricht wenig dagegen.
Dann gibt es noch „Geplante Aktionen“, was im Prinzip Cronjobs sind. Auch hier gilt: Man kann direkt Python-Code schreiben.
Und dann gibt es noch einen Blumenstrauß an Aktionen verschiedenster Couleur. Das würde hier zu weit führen, die Details auszurollen. Daher ganz konkretes Anwendungsbeispiel: Man kann damit in der UI (auch) Buttons bereitstellen, die Aktionen/Workflows ausführen – auch als Batch-Funktion, wenn ich das noch richtig im Kopf habe.
Odoo Studio werfe ich hier auch mal in den Raum. Das nutzen wir ganz bewusst nicht, aber es ist ein wirklich mächtiges Werkzeug.
Für unsere Anwendungsfälle gehen wir so vor:
- Bietet Odoo im Standard bereits einen passenden Workflow bzw. Automatisierung?
- Brauchen wir ein zusätzliches (Standard-)Modul, um das Gebrauchte bereitzustellen?
- Können wir die Anforderung mit Automatisierungsregeln (die ja auch aufeinander aufbauen können) und ganz ohne Code erfüllen?
Wenn es mehr braucht, läuft es bei uns (!) auf eine Eigenentwicklung hinaus. Das kann dann ein relativ kleines Modul sein oder eine vollumfängliche App.
Angefangen hat das mit Kleinigkeiten – und damals noch mit externer Unterstützung – wie der Übernahme von Dateianhängen beim Erzeugen einer Reparatur aus einem Ticket. Dann ging es viel um die Automatisierung und Optimierung des Ticket- und Reparaturhandlings. Und danach ist das dezent eskaliert. Wir haben Stand jetzt mehr als ein Dutzend eigene Module, die „product“ im Namen haben.
Andere Händler werden das anders handhaben (wollen). Bei uns sind die Ansprüche sehr schnell mit den Fähigkeiten des Systems mitgewachsen. Ein paar Module bügeln auch echte Defizite aus. Wobei wir ja auf Odoo 18 sind. Manche der Lücken hat Odoo 19 vielleicht schon gar nicht mehr.
Viele Worte … Lass mich versuchen, es zusammenzufassen.
Ja, Odoo bietet Automatisierungsmöglichkeiten. Ergänzend hat man für viele Bereiche bereits gut funktionierende Workflows und Automatismen im Standard dabei. Falls das nicht reicht, kann man mehr oder weniger alles so umgestalten, wie man möchte – sei es durch Odoo Studio oder Eigenentwicklung.