Ich will da Shopify gar nicht in Schutz nehmen, aber es gibt natürlich eine Fülle an rechtlichen Problemen und involvierten Stakeholdern und daran ist nicht immer Shopify allein Schuld.
Zunächst stimmt es, dass Shopify nicht proaktiv auf die Suche nach Shops mit illegaler Ware suchen muss, sie müssen aber als Plattform-Anbieter sofort den Zugang sperren, wenn sie davon erfahren, also bspw. wenn Nike & Co. melden, dass ein Shop potentiell Fälschungen anbietet. Nun wissen wir, dass es Hersteller gibt, die das gerne auch ausnutzen, indem sie Grauimporte oder den Verkauf durch Shops, die sie nicht direkt beliefern, damit ausschließen wollen (Argumentation - wenn wir die nicht beliefern, ist es vermutlich gefälscht). Ja, das ist eine unschöne Taktik, aber sie wird genutzt. Es kann also durchaus sein, dass ein Markenrechtsinhaber überschnell oder sogar absichtlich an Shopify eine Meldung abgibt, die sperren das dann ohne weitere Prüfung. Und meist haben die großen Marken einen speziellen Zugang, sie können darüber ohne weitere Prüfung Shops melden, dafür müssen die nicht einmal eine E-Mail schreiben.
Der nächste Punkt ist, dass Shopify in Kooperation mit Stripe bekanntlich Shopify Payments anbietet, was sicherlich in 90% aller Shopify-Shops zum Einsatz kommt. Die Kreditkarten-Firmen (Visa, MC, Amex etc.) sind besonders vorsichtig, was Fälschungen angeht (Chargebacks vermeiden), daher bauen die viel Druck gegenüber Payment Providern auf, das zu verhindern. Das erklärt auch, warum Shopify proaktiv versucht, per KI solche Sachen zu erkennen, man möchte vermeiden, dass man später Ärger mit den Zahlungen hat.
Schlussendlich muss man festhalten, dass in dern AGB die Acceptable Use Policy genau spezifiziert, dass Sperrungen jederzeit möglich sind. Daher sagte ich ja auch, wer mit großen Marken handelt, der sollte vielleicht Abstand von Shopify nehmen, wer eigene Produkte vertreibt oder Produkte von kleinen Marken, die keinen direkten Sperrzugang zu Shopify & Co. haben, die sind in der Regel auf der sicheren Seite.