hat schon jemand intensivere Erfahrungen mit dem neuen Shopsystem PWA gemacht und einen kompletten Shop ans laufen gebracht?
Mein letzter Versuch im Sommer letzten Jahres hatte noch so viele Bugs, dass ich abgebrochen habe. Außerdem war da noch nicht so wirklich ersichtlich, wie das nun mit den Plugins funktioniert. Kann man diese nun auch integrieren oder sind diese durch eine andere Funktion sogar obsolet geworden?
Und falls jemand Lust hat, noch etwas weiter zu berichten über seine Erfahrungen: Was sind so aktuelle schwerwiegende Bugs und Probleme, die da einem noch große Schwierigkeiten bereiten könnten? Funktioniert das Zahlungssystem? Und kann man mittlerweile Produktkategorieseiten und Produktdetailseiten individuell einrichten?
Ich danke euch für eure Erfahrungsberichte im voraus.
Eventuell noch mehr, die nur noch nicht gefunden wurden.
Plugins die Backendfunktionen bereitstellen, können weiterhin genutzt werden. Sobald aber etwas im Frontend angepasst werden soll, dann gibt es aktuell dafür keine Plugin oder Erweiterbarkeit (soll aber kommen)
Das muss jeder selbst entscheiden am Ende. Grundsätzlich kann man die PWA bereits voll nutzen, es gibt Dinge wie ein fehlenden Shopbooster für die PWA, was Auswirkungen auf die TTFB hat, wobei die PWA grundsätzlich schneller ist, als die LTS, nur eben nicht in der TTFB. Es können noch nicht alle Bereiche bearbeitet werden und ich persönlich halte den Checkout für zumindest fraglich (nicht Ideal). Generell plane ich bei uns bereits den Umstieg, mache aber auch diverse Anpassungen im Code, d.h. was man aktuell (noch) nicht anpassen kann, passe ich schlicht selbst an. Wobei unsere Planung aktuell einen frühestens Switch nach Ostern vorsieht.
Paypal und Mollie sind beide fest integriert und sollten funktionieren, da wir Mollie nicht nutzen kann ich dazu nichts sagen, bei Paypal hatten meine bisherigen Tests keine Probleme gemacht.
Ja, man kann Sie bereits anpassen. Ob dir der Umfang reicht müsstest du selbst testen. Ich persönlich denke, dass man mit wem Wechsel auf die PWA durchaus noch abwarten kann und es nicht übereilen muss, besonders wenn der aktuelle Shop (LTS) noch gut läuft. Plenty hat die LTS, meines Wissens, noch nicht abgekündigt und wird zumindest noch dieses Jahr weiter Updates bringen. Und je länger man wartet, umso mehr wird im Editor der PWA möglich sein.
Mit dem Editor klar kommen und alle Einstellungen finden ist eine andere Geschichte aber hier hilft nur experimentieren. Solange man die PWA nicht Live schaltet kann man nicht viel verkehrt machen.
vielen lieben Dank für deine ausführliche Beschreibung.
Dass man den Code anpassen kann, stimmt mich zumindest schonmal positiver, dann habe ich wenigstens noch individuelle Anpassungsmöglichkeiten.
Ich möchte einen kleinen neuen Shop erstellen, die anderen laufen noch über LTS und sind etwas umfangreicher, die wollte ich dort erst noch belassen. Ich hatte mich hierbei nur gefragt, ob ich den neuen Shop nicht vielleicht direkt schon über PWA erstelle, bevor ich den später dann nochmal anfassen und transferieren muss.
Deinen Ausführungen zufolge denke ich aber, dass ich mit einem kleinen Shop das Risiko eingehen kann, die Funktionen scheinen ja immerhin basal zufriedenstellend zu sein.
Wenn man einen neuen Shop aufsetzen will, sollte man sich die Frage stellen, ob nicht ein externes System wie WooCommerce setzen sollte.
Die Kosten sich überschaubar (gibt sehr günstige Hosting-Plattformen), die Plugin-Welt quasi unbegrenzt und der entscheidende Punkt - man ist unabhängig von Plenty. Wir sind zwar in Plenty gelockt, was die Abwicklung und das Bestandsmanagement angeht, aber wenn es hart auf hart käme, könnten wir mit viel Bauchschmerzen relativ kurzfristig umsteigen, unsere Verkäufe laufen alle über Woo, Shopify und Amazon - im Notfall könnte man einfach über die internen Tools des jeweiligen Marktplatzes Versand & Co. regeln, den Bestand bspw. per CSV (oder einer Sync-Plattform) abgleichen und dann eine andere ERP-Lösung anbinden. Das ist mit einem Plenty-internen Shop fast unmöglich.
Zudem muss man bei Woo & Co. sehr viel weniger fürchten, dass man alle paar Jahre komplett von 0 anfangen muss, bei Plenty wird alle ca. 4-5 Jahre das Shopsystem umgestellt und das in der Regel ohne Möglichkeit der Migration, das finde ich definitiv zu kurz.
Ich baue gerade einen Woocommerce Shop, und würde das auch so sehen. Die “ERP Shops” die Plenty (oder auch JTL) so bereitstellen hinken EXTREM hinterher wenn es um das Veröffentlichen von Inhalten geht. Klar, man kann seine Produkte darstellen, ein Design machen, das sieht hübsch aus und ist mit dem ERP verbunden.
Aber sobald man das Layout anpassen möchte, Nicht-Produkt-Inhalte (Blogs, Evergreen Content Seiten) veröffentlichen möchte stoßen diese Shops schnell an Grenzen.
Ich habe die Entwicklung bei Plenty über viele Jahre verfolgt, und es musste im Forum jahrelang gebettelt (!) werden um benötigte Features zu bekommen. In anderen Webshop Systemen gibt es dafür ein Plugin oder man lässt ein Plugin machen, man kann das selbst lösen, und muss nicht beim ERP Hersteller betteln gehen um Funktionen zu bekommen.
Das ist auch logisch so, wie sollte Plenty mit ein paar Entwicklern einen konkurrenzfähigen Shop für seine 1000(?) Kunden entwickeln? Shops wie Woo oder Shopify eine sehr viel größere Entwickler- und Kundengemeinschaft. Einzelne Plugins (oft gratis) werden 100.000-fach genutzt.
Bei Plenty gibt es vor allem Stillstand. Beim LTS Shop wurde jahrelang nur das nötigste gemacht, jahrelang wird auf den PWA Shop gewartet - auf der Basis kann man doch nicht mehr arbeiten.
Die ERP Funktionen sind ein Problem, und wenn man von einem Monolithen wie Plenty weg will muss man wirklich überlegen was man genau braucht, und mit welcher Software man genau das umsetzen kann.
Aber irgendwann führt kein Weg daran vorbei, denn Plenty für jeden Auftrag bezahlen, obwohl externe Aufträge nur durchgeschleust werden, ist auch nicht toll.
Das ist genau der Punkt, Woo hat eine riesige Zahl an Kunden und tausende an Plugin-Entwicklern, die sich die Last teilen, bei Plenty ist das nicht machbar. Und Shopify ist bekanntlich ein Unternehmen mit mehreren Milliarden Umsatz, damit kann Plenty unmöglich konkurrieren. Muss es auch nur bedingt, für Standard-Shops reichen die Möglichkeiten von Plenty & Co., aber sobald es wirklich an komplexere Shops geht, braucht man entweder eine Agentur (oder Programmier-Expertise in der Firma) und viel Geld oder aber man geht zu einem externen Shop-System.