Wechsel zu Plenty ONE Pflicht?

Hey zusammen :waving_hand:

Natürlich verfolge ich die aktuelle Preisstrategie von PlentyONE ebenfalls sehr aufmerksam und möchte dazu auch ein paar persönliche Gedanken teilen.

:light_bulb: Grundsätzlich finde ich: Das Pricing für PlentyONE als vollständige All-in-One-Lösung ist – selbst mit den neuen Tarifen – durchaus fair, wenn du den gesamten Funktionsumfang auch nutzt.

Genau hier liegt aus meiner Sicht aber die eigentliche Herausforderung: Der E-Commerce-Markt hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Während früher möglichst alles aus einer Software kommen sollte, setzen heute viele Händler bewusst auf spezialisierte Lösungen – also das jeweils beste Tool für jeden einzelnen Bereich.

:toolbox: Ein Vergleich aus dem Handwerk:
Stell dir PlentyONE wie einen großen Werkzeugkoffer vor. Wenn du den kompletten Koffer brauchst und regelmäßig nutzt, ist der Preis absolut nachvollziehbar. Benötigst du aber eigentlich nur den Profi-Schraubendreher, kaufst du diesen lieber einzeln – auch wenn er für sich genommen teuer ist. Das macht die Preisfindung für eine umfassende Plattform natürlich deutlich schwieriger.

:bar_chart: Ein Punkt ist mir außerdem besonders wichtig:
Bitte vergleiche den neuen Tarif nicht mit dem Betrag, den du gerade im Kopf hast, sondern mit deinen tatsächlichen PlentyONE-Kosten der letzten 12 Monate.

Ich habe inzwischen mehrfach Aussagen gehört wie „Mein Preis verdoppelt sich!“. Schaut man anschließend aber auf die Rechnungen der vergangenen 12 Monate – inklusive Auftragspaketen, variablen Gebühren oder umsatzabhängigen Kosten – sieht das Bild häufig ganz anders aus. Die tatsächliche Erhöhung fällt oft deutlich geringer aus als zunächst angenommen.

:backhand_index_pointing_right: Mein Tipp:

  • Addiere alle PlentyONE-Rechnungen der letzten 12 Monate (netto).
  • Bilde den Durchschnitt.
  • Vergleiche diesen Durchschnitt mit deinem neuen Tarif.

Nur so erhältst du einen fairen Vergleich. Häufig bleibt nämlich nur die monatliche Grundgebühr im Kopf – die variablen Kosten werden dabei unbewusst ausgeblendet.

:handshake: Versteh mich bitte nicht falsch: Ich kann deinen Unmut absolut nachvollziehen. Niemand freut sich über steigende Kosten, und Geld wächst bekanntlich nicht auf Bäumen.

Mein größter Kritikpunkt richtet sich daher weniger gegen die neuen Preise selbst, sondern gegen die Entwicklung dorthin. Aus meiner Sicht wurden notwendige Preisanpassungen über viele Jahre hinausgezögert. Dadurch haben viele Kunden lange Zeit sehr wenig für einen enorm großen Funktionsumfang bezahlt – und genau deshalb wirkt die jetzige Anpassung für viele so abrupt.

Am Ende muss PlentyONE einen Preis für den gesamten Werkzeugkoffer finden – auch wenn du daraus vielleicht nur den Schraubendreher nutzt.

Ich wünsche mir einfach, dass die Diskussion möglichst sachlich bleibt und jeder seine eigene Situation anhand der tatsächlichen Zahlen bewertet – statt anhand von Schätzungen oder dem ersten Bauchgefühl. :slightly_smiling_face:

Sven von der webimpact® GmbH
www.webimpact.io
webimpact GmbH Logo Banner PlentyONE Enterprise Partner bronze-vert creoline-platinum-partner
:envelope: office@webimpact.io
:telephone_receiver: +49 (0) 2252 953 9797

@sleunig
:waving_hand:

Naja . verkauft ist halt ein dehnbarer Begriff. Ist ein Artikel verkauft wenn der Auftrag rein kommt, oder wenn er bezahlt wurde?
Wir arbeiten viel mit langfristiger Kommission, sprich es werden große Aufträge erstellt.
Die Ware wird aber nicht immer alles verkauft, schon gar nicht immer im gleichen Jahr.
Kurz gesagt, ist der GMV alles was in der 7.0 landet, oder auch alles zB in der 3.0 oder in anderen Stati vor der 5?

Gruß

Ute

Jeder Auftrag der angelegt wird zählt, jedenfalls ist das mein Kenntnisstand. Entgegen vieler anderer finde ich das auch grundsätzlich fair, auch wenn es ärgerlich ist wenn man auch immer mal wieder eine Gebühr für einen Auftrag zahlt, an dem man letztendlich nichts verdient, weil er storniert oder zurückgesendet wurde.

Die Alternative, feste Auftragsmengen pauschal abzurechnen, finde ich weniger attraktiv.

Gruß Johannes

Status (sorry hat getriggert)

Wenn wir Dich nicht hätten :blush:

Falls das Schreiben hier ankommt, werd eich das auf jeden Fall versuchen konkret in Erfahrung zu bringen.
Ich weiss auch, dass wir mit dieser Arbeitsweise sehr ungewöhnlich sind.. aber so ist unser Betrieb nunmal strukturiert

Hallo @Marcel-1

den Vergleich mit einem Werkzeugkoffer finde ich sehr gut.
Danke Sven dafür!

Thema „zu wenig bezahlt“: Wir haben durchaus Kunden mit Alt-Verträgen. Da wurden selbstverständlich die zusätzlichen Kosten (Hosting, Auftrag, etc.) angepasst.
Aber an der geringen Grundgebühr ist nie was passiert, da der Vertrag nie vom Händler angepasst wurde.

Plenty hat Ecken wo es klemmt. Ja durchaus. Ich sage auch nicht, dass Plenty 100% perfekt ist. Der Werkzeugkoffer ist dennoch gefüllt. Und Plenty ist eine All-in-One-Lösung.
Kein anderes System kann soviele Marktplätze. Wenn Händler eine Middleware für bestimmte Marktplätze einsetzt, dann (eigentlich) nur wegen der besseren Artikelübertragung. Nicht weil es Plenty nicht kann.

Mit Odoo magst Du günstiger fahren. Weil Du eben nicht diesen vollen Werkzeugkoffer brauchst, sondern nur den Seitenschneider, Lötkolben und eine Zange.
Allerdings stösst Odoo auch bei „sonst üblichen“ Tools an seine Grenzen. Siehe versandcenter. Keine direkte Anbindung an DHL. Nur über Sendcloud oder eigene Lösungen möglich. Siehe hier auch den Beitrag von Uwe im entsprechenden Thread.

Benzin: Steigerung letzte 12 Monate um 25% teurer geworden.
Hat sich sich Qualität verbessert? NEIN
Hat sich der Service an der Tanke verbessert? NEIN
Wird trotzdem getankt? JA

Doofer Vergleich, aber Plenty hat sich in den letzten Monaten verändert. Neue Tools, neue UIs, …

Gruß Uli

Interessant ist doch, wie unterschiedlich Händler und “Externe” (Agenturen) plenty hier bewerten.

Nur die Händler tragen die Kosten, die ihr hier schönredet. Und nur die Händler müssen mit diesen Preissteigerungen zukünftig am Ende des Monats trotzdem noch was übrig haben. Als Agentur verdient ihr auf andere Weise euer Geld, was vollkommen OK ist. Aber redet doch den Händlern nicht ein, dass das alles nicht so schlimm ist, wenn ihr nicht betroffen seid. Ihr solltet lieber Angst davor haben, dass die plenty-Kundenschaft kleiner wird.

Komplett daneben, aber hast du ja selbst gemerkt.

Hey @Marcel-1,

Wenn mich die Vergangenheit eins lehrt:
Einige Wiesen sehen von außen betrachtet erstmal grün aus, die braunen Flecken fallen dann auf, wenn man sich komplett auf das neue Tool einlässt, und den Umbau beginnt.

Das müsste man genauer durchleuchten, bisher sind mir keine Fälle bekannt, in denen nicht andere Einstellungen oder EInflüsse dafür verantwortlich waren. Und wenn, dann konnte man die Fälle mit dem Support klären. Aber ich kenne nicht alle Fälle, pauschal wäre mir der Vorwurf aber zu heiß.

True, hier können andere Shopprodukte deutlich besser abliefern. Für performanteres Marketing bedarf es die Zusammenarbeit mit anderen Tools.

Und genau hier kommt der Vergleich zum Werkzeugtasten zum tragen. Vielleicht ist PlentyONE das falsche Produkt für deinen Einsatz, weil es viel zu viel von dem abdeckt, was du nicht benutzt. Wenn du tatsächlich diverse Marktplätze anbindest, bildet sich sehr schnell viel Mehrwert.

Viele (Alle?) Preise in den letzten Jahren sind deutlich gestiegen. So wie Gehälter, Stundensätze, der Wocheneinkauf.
Mein Führerschein Klasse B hat 2009 1.220,- EUR gekostet.
Hier besteht ebenfalls kein Mehrwert zum heutigen Preisniveau.
Das Fass ist zu tief, um es aufzumachen.

Die Marktbeobachtung steht jedem frei, und ist vielleicht ist es für den ein oder anderen eben auch notwendig nun zu prüfen, ob die Wahl der Software noch Sinn ergibt.

Sven von der webimpact® GmbH
www.webimpact.io
webimpact GmbH Logo Banner PlentyONE Enterprise Partner bronze-vert creoline-platinum-partner
:envelope: office@webimpact.io
:telephone_receiver: +49 (0) 2252 953 9797

Hallo @christoph-flexeo

habe die Preissteigerung nicht schön geredet.
Lediglich habe ich mein Standpunkt erläutert.
Und ja, ich merke selbstverständlich dass die Preissteigerungen in allen bereichen (EK, Marktplatzgebühren, Personal, Versand, etc.) an der Marge drücken.

Doch sind wir auch! Auch wir haben für unsere (Plicht-)Partnersystem eine Preisanpassung erhalten!

Kannst selbst analysieren: Jede Plenty-RE hat eine OrderID…

Gruß Uli

Hey @christoph-flexeo

Die Sorge teilen wir. In der Vergangenheit wäre PlentyONE für viele Kundenprojekte die bequeme Lösung gewesen die wir gern zum Einsatz gebracht hätten. Preislich wurde sie aber unattraktiv als „die nächste Insellösung“, und wir mussten Alternativen suchen. Teils mit und Teils ohne Erfolg.

Das Marktumfeld wurde komplexer, die Margen kleiner. Es bedarf Innovation / anderer Weg als gewohnt.

Dadurch kennen wir aber auch die Kosten der Alternativen, und gesamteinheitlich übersteigen diese der Branchenlösungen in Betrachtung der notwendigen Datenverbindungen und Agenturpartner um ein vielfaches die von PlentyONE.

Ich möchte die Kosten daher nicht schön reden, musste aber in den letzten Jahren selbst Preissteigerungen kundtun und argumentieren. Nicht für den nächsten Luxus, sondern weil es realistisch notwendig war.

Sven von der webimpact® GmbH
www.webimpact.io
webimpact GmbH Logo Banner PlentyONE Enterprise Partner bronze-vert creoline-platinum-partner
:envelope: office@webimpact.io
:telephone_receiver: +49 (0) 2252 953 9797

Der Unterscheid ist einfach:
Ein eigenes Versandcenter mit DHL Anbindung war in Odoo an einem Tag umgesetzt. Und es gibt einen echten Marktplatz für Plugins. Natülich wäre es schön gewesen wenn es natürlich integriert gewesen wäre. Odoo hat halt schnell lösbare Probleme. Und was mir am meisten gefällt: Es wird nach System Beanspruchung abgerechnet und nicht nach Umsatz. Auf so eine Idee muss man erstmal kommen, einen Preis für einen Besen danach zu kalkulieren wie groß die Fläche ist die der Kunde damit fegen möchte.

Das finde ich einen tollen Ansatz. In gewisser Weise hat Plenty das früher ja auch so gemacht, eine kleine pauschale Gebühr pro Auftrag. Odoo ist es ja wahrscheinlich auch egal ob der Auftrag den du anlegst auch tatsächlich bezahlt wird, oder ob du ihn hinterher wieder stornieren musst. Die Rechenleistung für die Anlage des Auftrags wurde ja abgerufen.

Für uns hat sich wegen unserer im Durchschnitt sehr kleinen Warenkörbe ergeben, das wir mit einer prozentualen Beteiligung unterm Strich günstiger dran waren als mit der Pauschale die uns damals angeboten wurde.

An die Händler die die Mail zum Abo-Wechsel von Plenty bekommen haben, in welchem Tarif seid ihr denn aktuell? Ich wundere mich nämlich gerade das wir bislang nicht kontaktiert worden sind.

Gruß Johannes

Wie gesagt: Am Ende muss es zusammenpassen. Die Angebote bei Plenty sind da aktuell eben problematisch, da du

a.) den großen Besen kaufen musst
b.) und zusätzlich die zu fegende Fläche
c.) auch eine Industrie-Reinigungsmaschine, die du nicht nutzt,

und naja

d.) die Industrie-Reinigungsmaschine existiert evtl gerade in 3 Versionen in deinem Lager, die ein wird irgendwann mal weggebracht, die andere Funktioniert so la la, reparieren will sie keiner, die letzte steht da und soll wohl noch fertig gemacht werden

… bezahlst. Ich steck in der ganzen Entwicklungsgeschichte bei Plenty nicht drin, aber ich muss auch irgendwann sagen, dass meine Kosten um „Umwege oder Lösungen“ zu finden, leider aktuell auch noch auf den Preis draufkommen.

Uns wurde mal zugesichert es sei nicht so, dann hab ich das Gegenteil belegt, dann… ist das Thema im Sande verlaufen. Ticket wollte man unbedingt zu haben, es solle übers KAM gehen, das wusste aber auch nichts außer dem was ich grade widerlegt hatte, und wollte nachfragen, und dann… nichts.

Macht es halt sehr einfach, missliebige Konkurrenten zu ärgern:

Ich denke es geht hier nicht nur um den Preis. Sind 500 EUR pro Monat ok? 1000? 2000? Das wird jede Firma anders beantworten.

Die wichtige Frage, die sich jeder stellen muss: Will ich die nächsten 5, 10, 15 Jahre mein Geschäft komplett mit Plenty abwickeln - bin ich zufrieden mit Plenty?

Wer bisher zufrieden mit der Software ist, wer mit dem Preis für die Software einverstanden ist (weil er beim eigenen Geschäftmodell unproblematisch ist) der wird gerne Kunde bleiben.

Wer aber NICHT zufrieden ist (weil sich über Jahre Ärger aufgestaut hat, weil der Plenty Vertrieb Druck ausübt, weil das Vertrauen schwindet), der wird andere Lösungen prüfen wollen.

Der Preis ist dabei nur ein Aspekt. Ein neues System kostet vielleicht monatlich deutlich weniger, dafür muss man den Umstellungsaufwand und etwaige Zusatzkosten (Plugins etc.) rechnen.

Wichtiger meiner Meinung nach: Welches System möchte ich in den nächsten 5-10 Jahren nutzen, um mein Geschäft weiterzuentwickeln? Ist dafür Plenty ideal, oder etwas anderes besser?

Wenn man beispielsweise Content Marketing (Blog, Hilfe-Seiten, Videos…) im Shop nutzen möchte dann ist man mit einem PlentyShop LTS sowieso in einer Sackgasse. Man wird dann z.B. eher Shopify nutzen wollen, aber nicht weil man ein paar 100 EUR im Monat spart, sondern weil man damit sein Geschäft so weiterentwickeln kann, wie man möchte.

Und im ERP Bereich muss man halt wirklich sehen, welche Funktionen man braucht, und ob dafür Plenty die beste Lösung ist. Denn man zahlt einen Prozentsatz vom Umsatz, egal wie viele Funktionen man nutzt.

Ich kenne Plenty seit über 20 Jahren, und wie @sleunig weiter oben geschrieben hat: Früher hat man Plenty einfach für alles was mit Online Verkauf zu tun hatte verwendet, fertig. Heute ist es nicht mehr ganz so einfach: Plenty will für die vielen Funktionen endlich gut Geld bekommen, während es tausende andere Software Produkte gibt, die vielleicht für die eigenen Bedürfnisse besser/billiger sind. Die Zeit von “1 Cloud Software System für Online Handel” neigt sich dem Ende zu, es ist nicht mehr so einfach wie früher.

Mich interessiert, welche Erfahrungen ihr mit den neuen GMV-basierten Angeboten von PlentyONE gemacht habt und wie die Einstufung offenbar zustande kommt.

Ich nutze derzeit noch den plentymarkets-Zero-Tarif. Bei diesem wurde schon bisher auftragsbezogen abgerechnet, wobei der jeweilige Auftragswert berücksichtigt wurde. Dass plentymarkets meinen Auftragsumsatz für die laufende Abrechnung kennt und daraus einen Gesamt-GMV ermitteln kann, ist daher zunächst nachvollziehbar.

Unklar ist mir allerdings, ob es für die neuen Angebote eine allgemeingültige und für alle Händler gleichermaßen angewendete GMV-Tabelle gibt. Also beispielsweise:

  • GMV bis X Euro = Tarif A
  • GMV von X bis Y Euro = Tarif B
  • darüber hinaus ein festgelegter Prozentsatz

Oder werden die Angebote zusätzlich individuell anhand weiterer Geschäftsdaten kalkuliert?

Die bisher bekannt gewordenen Angebote wirken teilweise sehr unterschiedlich. Deshalb stellt sich für mich die Frage, ob tatsächlich ausschließlich der GMV berücksichtigt wird oder möglicherweise auch weitere im System vorhandene Kennzahlen, beispielsweise:

  • Anzahl und durchschnittlicher Wert der Aufträge,
  • genutzte Verkaufskanäle,
  • Umsatzentwicklung und Wachstum,
  • Artikel- oder Warengruppenumsätze,
  • hinterlegte Einkaufspreise,
  • Margen oder Deckungsbeiträge.

Ich behaupte ausdrücklich nicht, dass Plenty solche weitergehenden Auswertungen vornimmt. Mich interessiert zunächst, ob andere Händler anhand ihrer Angebote ein nachvollziehbares und einheitliches Berechnungsmodell erkennen können.

Bei mir stellt sich die Frage auch aus vertraglicher Sicht. In den von mir abgeschlossenen AGB wird die Nutzung kundenbezogener Daten auf den Umfang beschränkt, der für die Durchführung des Vertrages erforderlich ist. Eine weitergehende statistische Nutzung ist dort nur anonymisiert vorgesehen, sodass kein Rückschluss auf einen einzelnen Kunden möglich sein darf. Die Anwendungsdaten werden außerdem ausdrücklich als vertraulich bezeichnet.

Sollte Plenty also lediglich den ohnehin für die Zero-Abrechnung vorhandenen GMV verwenden und diesen einer festen, allgemeinen Tarifstufe zuordnen, wäre das aus meiner Sicht nachvollziehbar.

Sollten dagegen Margen, Deckungsbeiträge, Artikelstrukturen oder andere individuelle Geschäftsdaten analysiert werden, um die persönliche Zahlungsbereitschaft oder einen individuell durchsetzbaren Preis zu bestimmen, wäre das eine völlig andere Datenverwendung. Dafür sehe ich zumindest in meinen vertraglich vereinbarten Unterlagen keine Grundlage. Auch die Vereinbarung zur Auftragsverarbeitung beschränkt die Verarbeitung personenbezogener Daten grundsätzlich auf den vereinbarten Auftrag und die Weisungen des Kunden.

Gibt es nach eurer Erfahrung eine feste GMV-Tabelle, nach der alle Händler eingestuft werden? Sind eure Angebote anhand des GMV nachvollziehbar? Oder habt ihr den Eindruck, dass neben dem GMV weitere individuelle Geschäftsdaten in die Preisbildung einfließen?

Das ist ja völlig ausreichend, um Margen/Deckungsbeiträge zu berechnen.

Es ist aber gar nicht notwendig: Kunden können einfach grob nach Branche einem (unterschiedlichen) GMV-Prozensatz zugeordnet werden. Sprich Elektronikhändler würden weniger als Deko-Artikel-Händler zahlen. Ungefähre Margen je Branche sind ja bekannt.

Weiters gibt es ja den Verhandlungsprozess, über den auch individuell nach Kunden die Zahlungsbereitschaft ermittelt werden kann. Was über die Jahre/in Zukunft feinjustiert werden kann! Sprich wenn eine Firma erfolgreich wächst denn möchte der Anbieter auch mehr vom Kuchen haben.

Aus Anbietersicht sollte für jeden Kunden der Preis ermittelt werden, den er maximal zu zahlen bereit ist (ohne zu kündigen). Das ist für den Anbieter die optimale Situation, um den eigenen Gewinnzu maximieren. So funktioniert unsere Wirtschaft nun mal. Mit Fairness, tatsächlichen Kosten usw. hat das alles wenig zu tun.

Wenn ich Verpackungsmaterial einkaufe ist es andersrum. Je mehr ich kaufe umso günstiger wird es. Eine BWA muss ich bei anderen Lieferanten nicht vorlegen wenn ich etwas bestelle. Ich finde diese Idee sehr seltsam. Aber wem es gefällt der kann ja bleiben. Eine Umsatzbeteiligung ist in der Regel mit einer Investition oder einer anderen Leistung verbunden.