achjaaa….. übrigens ist genau diese neue Mindestvertragslaufzeit von zwölf Monaten aus meiner Sicht das eigentliche Problem.
Realistisch schafft man eine saubere Migration nicht innerhalb von vier bis fünf Wochen, insbesondere nicht mitten in der Ferienzeit. Und wenn man es in dieser kurzen Zeit nicht schafft, ist man wieder für ein ganzes Jahr gebunden.
Ich möchte niemandem etwas unterstellen, aber der Zeitpunkt in Kombination mit der neuen Mindestvertragslaufzeit wirkt auf mich nicht zufällig. Da steckt aus meiner Sicht schon eine klare Strategie dahinter.
Die Zeit ist knapp, ohne Frage, aber immerhin hat man, je nach Kündigungsfrist und Zeitpunkt des Ausspruchs der Kündigung durch Plenty, ab jetzt noch mindestens 2 Monate Zeit für den Wechsel.
Wir schauen jetzt parallel in beide Richtungen. Wir haben im Moment eigentlich nicht die Manpower und erst recht nicht die Zeit uns mit einem tiefgreifenden Wechsel auseinanderzusetzen, tun es aber trotzdem. Gleichzeitig versuchen wir uns mit Plenty auf verträglichere Konditionen zu einigen.
Bestandskunden werden einseitig in das neue Abonnementmodell überführt. In den meisten Fällen bedeutet das: Die Grundgebühren steigen deutlich, dazu kommen erstmals eine GMV-Gebühr und eine Mindestvertragslaufzeit von 12 Monaten. Begründet wird das hauptsächlich mit KI-Funktionen, von denen mehrere ausdrücklich noch „in Entwicklung“ sind, also zum Stichtag noch gar nicht existieren. Eine konkrete Kostenkalkulation enthält die Mail nicht.
Die Anpassung stützt sich laut Mail auf die PlentyONE-AGB. Da die Erhöhung über 8 % liegt, besteht ein Widerspruchsrecht. Die Frist läuft bis zum 31. August 2026, schriftlich oder per E-Mail. Wer nicht widerspricht, akzeptiert den neuen Vertrag automatisch.
Ich für meinen Teil werde so vorgehen, dass ich in der zweiten Augusthälfte Widerspruch einlege. Darin werde ich um Erläuterung bitten, wie die Preiserhöhung kalkuliert ist, wann die angekündigten Funktionen verbindlich verfügbar sein werden, warum die GMV-Gebühr eingeführt wird und worin die Mindestlaufzeit begründet ist. Die AGB sehen Preiserhöhungen nur zum Ausgleich von Kostensteigerungen und für Softwareverbesserungen vor, darauf beziehe ich mich.
Ich persönlich glaube nicht an Massenkündigungen seitens PlentyONE, aber vorbereitet sein schadet nicht.
Meiner Meinung nach ist diese Aktion von PlentyONE aber auch ein guter Anlass, mal seriös über Alternativen nachzudenken, insbesondere für die, die ohnehin schon lange nicht mehr zufrieden sind. Denn eines ist klar: Geht man hier noch mal stillschweigend mit, wird PlentyONE beim nächsten Mal noch dreister zulangen, weil sie sehen, dass sie es können. Wir sind die Frösche im Kochtopf.
Dieser Punkt lässt uns einfach nicht los, wie Plenty hier auf der Website folgendes zum GMV schreibt (wie auch die allgemein bekannte Definition von GMV). Nach mehrmaligem Nachhaken jedoch folgende Aussage von unserem Accountmanager kam:
*“Die Logik unserer GMV Berechnung ist hier tatsächlich entscheidende Punkt, welches zu der Differenz eures geplanten „GMVs“ und unserem abrechnungsrelevanten GMV führt.
GMV-Berechnung nach Plenty – Kurzüberblick*
1.) GMV umfasst alle im PlentyONE-System angelegten Bestellungen
2.) Berechnung erfolgt netto, ohne Versandkosten
3.) Rabatte sind bereits berücksichtigt
4.)Stornos, Retouren und gelöschte Bestellungen zählen weiterhin zum GMV
5.) Gutschein-/Voucher-Verkäufe zählen zum GMV
6.) Importierte Bestellungen (auch Bulk-Imports) zählen zum GMV
8.) Zahlungseingang oder Versandstatus sind nicht relevant
Nicht GMV-relevant:*
1.) Versandkosten
2.) Umsätze außerhalb von PlentyONE
Merksatz: Jeder im System erzeugte Auftrag treibt den GMV – unabhängig von Zahlung, Versand, Storno oder Retoure.”*
→ Die Definition auf der Website bei Plenty ist also irreführend, da dort von verkauften Waren geredet wird. Die Kalkulation aber eine andere ist.
→ Achtung also bei allen, die nur auf das Dashboard schauen. Wenn ihr mal einen Auftrag doppelt anlegt (bei uns auch mal ein 5-Stelliger B2B-Auftrag), dann zählt dieser, auch wenn storniert voll mit rein in die Kalkulation des Inklusivvolumens.
Laut unserem Account-Manager soll man die Werte in einem stornierten Auftrag auf 0€ setzen, damit dies nicht in den “abrechnungsrelevanten GMV” mit reinfällt und das GMV erhöht. Hier verstecken sich bei einigen vielleicht auch noch versteckte Kosten in der neuen Berechnung. Da ist Vorsicht geboten. Sprecht dies ggf. in der Verhandlung aktiv mit an.
Nach dieser Konfrontation der Tatsachen wurde uns übrigens ein neues Angebot unterbreitet mit geringerem Inklusiv-GMV, aber 700€ Mehrkosten pro Monat in der Grundgebühr. Die Begründung per Mail, war ein Einzeiler:
“Die vorherigen Angebote waren leider fehlerhaft – bitte entschuldigt die Unannehmlichkeiten.”
Bin mal gespannt, wo wir am Ende landen. Keine Ahnung wie man bei uns auf 3 Benutzer kommt, sind damit Konten oder gleichzeitig in System arbeitende Benutzer gemeint (beides zu wenig) ?
Ansonsten kommt mir das ja im Vergleich fast schon fair vor, wir haben viele Marktplätze und schauen uns im nächsten Jahr mal PWA an (oder andere LTS Nachfolger).
Was planst du dagegen, wenn aufgrund dieser „Berechnungslücke“ bewusst reale Aufträge storniert werden?
Oder anders gefragt: Welche Maßnahmen würdest du als DIenstleister ergreifen, um eine transparente und faire Berechnung zu ermöglichen?
Lösung
Umgehung
Nur „nicht stornierte“ Aufträge
Ich storniere einen großteil meiner Aufträge nachträglich
Nur Aufträge mit Rechnungen zählen zum GMV
O1: Ich verwende andere Tools zur Dokumentenerstellung; O2: Ich storniere erstellte Rechnungen wieder
Die Preisgestaltung wird immer weniger nachvollziehbar. Fast 3x unser GMV und vergleichbare Anzahl SKUs (obwohl aktuell nur ein Zehntel davon haben) und weniger Mandanten und ihr sollt nur ein bisschen mehr zahlen als wir und habt eine deutlich niedrigere Umsatzbeteiligung bei Überschreitung des GMV-Volumens.
Nach wie vor frag’ ich mich welche der Kennzahlen der eigentliche Preistreiber ist. Bislang war ich immer von der Kombination aus SKUs und GMV ausgegangen, aber demnach müsstet ihr jetzt grob geschätzt eigentlich knapp das doppelte zahlen.
Das kann ich dir nicht sagen, ich dachte auch dass unser Angebot relativ fair ist (ausgenommen der 3 Benutzer).
Das zum Beispiel sieht mir ja im Vergleich lächerlich schlecht aus? Ich habe natürlich keinen Blick hinter die Kulissen, aber als Vergleich: Wir sind in den letzten 12 Monaten 5x über die angebotene GMV gekommen, vielleicht setzen die einfach weiterhin auf unser Wachstum?
Das wäre eine Take-Rate von 3,3% und damit verdammt hoch. Liegt am niedrigen GMV für den Ultimate Plan.
Das spiegelt die Einstiegspreise / Grundgebühr der unterschiedlichen Versionen und deren Leistungsumfang wieder.
Bisher wurden immer die gleichzeitig aktiven Nutzer / Sessions limitiert. In der aktuellen Definition würde man eher von angelegten Benutzern ausgehen:
Da sind Sachen dabei, die wir in der Größenordnung nicht (mehr) brauchen (z.B. die hohe Anzahl Lager, 2. Mandant, EBICS-Schnittstellen), falls davon also etwas “teuer” ist, dann machen wir da gerne Abstriche, wenn wir dafür die Kosten gedrückt bekommen.